Herbstferien


Die nordamerikanische Region ist bekannt für einen besonders schönen Herbst – auch „indian summer“ genannt. Jedoch sprechen die meisten Menschen in der Region Québec mehr vom „changement de couleurs“ (Farbwechsel). Diese Periode dauert etwa 2-3 Wochen. In dieser Zeit präsentieren sich die Laubbäume in verschiedenster Farbenpracht. Besonders der Zuckerahorn, aus welchem der Ahornsirup gewonnen wird, verfügt im Herbst über ein breites Farbspektrum. Von Grün, Gelb, Orange, Rot bis zu einem tiefen Weinrot – dies teils an einem Baum und zur selben Zeit.

Glücklicherweise konnte ich nochmals eine Woche Ferien machen. Gemeinsam mit Annika, welche Lehrerin ist und fast nur Ferien hat, haben wir ein kleines Chalet von den Nachbarn von Ben und Heidi gemietet. Es gab keine Küche, kein fliessendes Wasser, keine Dusche und kein WC, ausser einem Trocken-WC für kleine Geschäfte in der Nacht. Der Rest wurde auf einem Camping-Kocher, über dem Feuer, im Wald und im Fluss erledigt. Die Stille, die Natur und die angenehme Luft waren einfach nur schön! Wir konnten uns nach jedem Ausflug wieder auf unser temporäres Zuhause freuen.

Die ersten Tage hat es viel geregnet. Davon liessen wir uns aber nicht unterkriegen und wir haben trotzdem einiges unternommen und Zeit draussen verbracht. Es ist aber bei diesen Bedingungen nicht ganz einfach mit nur einem Feuerstahl und Naturmaterialien ein Feuer zu entfachen (ohne Birkenrinde zu verwenden).

Nach einigen kalten Duschen im Fluss haben wir uns einen Tag lang Nordicspa gegönnt. Das Kneipen im Fluss war nun eeeasy. Ok, ich übertreibe vielleicht etwas…aber nicht, wenn ich sage, dass meine erste professionelle Massage schon echt angenehm war.

Eines morgens sind wir früh losgezogen, in der Hoffnung wilde Tiere zu sehen. Wir kamen in den Genuss einen einzelnen Kojoten bei seiner morgendlichen Route auf dem Feld zu beobachten. Die Stimmung war sehr schön und es ist immer ein spezieller Moment Tiere in freier Wildbahn zu sehen.

Nach den Regentagen genossen wir die Sonne umso mehr.

Die pinke Mütze gehörte zur Tarnkleidung. Was wohl zu sehen war?

Am selben Tag besuchten wir einen Tierpark. Es war sehr eindrücklich alle grösseren Tiere, die in Nordamerika leben hautnah sehen zu können. Jedoch sind die Tiere dort leider eingesperrt, was überhaupt nicht ihrem natürlichen Habitat entspricht und in uns auch gemischte Gefühle hervorrief. Die Begegnung mit dem Kojoten in der Früh war eine ganz andere und viel aufregendere Erfahrung.

Bilder sagen mehr als Worte…

Kaiserschmarrn

Baumwipfelpfad und Aussichtsturm

Als schöner Ferienabschluss waren wir noch bei Heidi und Ben zum Znacht eingeladen. Es gab Fondue-Chinoise mit selber gejagtem Fleisch von Ben. Perdrix, orignal et cerf. Rebhuhn, Elch und Hirsch.

Funfact:
Im Herbst beginnen sich die Bäume auf den Winter vorzubereiten. Die mit Zucker angereicherten Pflanzensäfte ziehen sich in die Stämme zurück, wo sie über den Winter als Frostschutzmittel dienen und im Frühling die nötige Energie liefern, um neue Triebe und Blätter wachsen zu lassen. Das Chlorophyl, welches den Blättern die grüne Farbe verleiht und deshalb auch Blattgrün genannt wird, wird abgebaut und die anderen in den Blättern vorhandenen Farbstoffe kommen nun zur Geltung.


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